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Wellness – was ist das?
Chancen und Risiken eines großen Marktes!

Nach Recherchen des Deutschen Wellness Verbandes e.V. aus Düsseldorf taucht der Begriff Wellness bereits im 17. Jahrhundert auf und wurde in der englischen Sprache als Ausdruck für gute Gesundheit und Wohlbefinden verwendet. Im 20. Jahrhundert wurde der Begriff durch die amerikanische Präventivmedizin neu interpretiert – heute kann Wellness sicherlich mit der Kunst einer gesunden und bewussten Lebensführung in Verbindung gebracht werden.
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Ein klares „GO“ für Produkte und Dienstleistungen jeglicher Art. Der Wellness- Markt boomt. Immer mehr Produkte mit angeblichen Wellness-Eigenschaften und -Wirkungen strömen auf den Markt und verwirren zunehmend den Verbraucher. Immer mehr Werbeaussagen wie „...für das tägliche Wohlbefinden...“ oder „ ...zum Einklang von Körper und Geist...“ prasseln unkontrolliert auf den Konsumenten ein – es wird zunehmend schwer für den Laien zu differenzieren. Allein über 350 „Wellnessgetränke“ – so eine Veröffentlichung des Bundesverbandes Deutscher Verbraucherzentralen e.V. – die mit den Attitüden Wellness, Gesundheit und Leistung werben, gibt es derzeit auf dem deutschen Markt – Tendenz steigend. Ergänzt wird das Feld der Wellness-Produkte von Müslis, Käsesorten und Joghurts, die schon zum Teil ab 39 Cents bei den großen Discounterketten angeboten werden.
» Kann ein Joghurt Wellness bieten? «
Die „Ausschlachtung“ des Werbebegriffes Wellness in der Industrie macht es für kommerzielle Anbieter von Wellnessangeboten im Sinne von Sauna,Anwendungen und Bäderkultur zunehmend schwer, die Wertigkeit ihrer Angebote zu einem angemessen Preis an den Kunden zu bringen. Die wertmäßige Relation stimmt einfach nicht mehr – das Image des Wellnessbegriffes – so könnte man meinen – hat sich stark in eine negative Richtung verschoben. Der Konsument steht vor der Frage: „Warum soll ich bis zu 50 Euro für einen Wellnesstag ausgeben, wenn ich mich mit dem Joghurt für 39 Cents auch schon richtig gut fühlen kann und meine Gesundheit verbessere?“
„Wellness spielt sich vor allem im Kopf ab“, so Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband e.V. „ Wer sich mit einem Wellness- Joghurt schon gut fühlt, der braucht kein Wellnesscenter für sein Wohlgefühl.“
» NEU: Medical Wellness «
Der Deutsche Wellness Verband e.V. definiert den Begriff als differentialdiagnostisch begründete Wahl von Verhaltens- und Einstellungsänderungen – kurz: Lebensstiländerungen – um medizinisch relevante Ziele zu erreichen.
Genauso wie die Definition des eigentlichen Wellnessbegriffes ist auch diese Definition unpräzise und stellt eine weitere Vergrößerung des Spektrums dar, die den Verbraucher vor eine noch größere Wahl der Angebote stellt.Auch das hat der Deutsche Wellness Verband e.V. erkannt und sieht in dieser Unschärfe bedeutende Gefahren.
» Ist Scharlatanerie am Werk? «
„So versuchen vor allem touristische Unternehmen und fragwürdige Interessengruppen, mit Medical Wellness ihre Geschäfte zu machen. Es handelt sich dabei nach unserer Ansicht in den meisten Fällen um eine reine Marketing-Masche. Die Bandbreite der Angebote ist kaum zu überschauen und reicht bis hin zu Schönheitsoperationen und Scharlatanerie,“ so das offizielle Statement des Verbandes.
Genau wie im oberen Bespiel besteht auch im Bereich des Medical Wellness eine große Gefahr des Imageverlustes für etablierte Anbieter von klassischen Wellnessformen. Bringt die „Wunderheilung“ nicht die gewünschte Wirkung und hat der Konsument erst einmal schlechte Erfahrungen mit dem Wellnessmarkt gemacht, so ist es schwer, ihn für ein seriöses und etabliertes Angebot zurück zu gewinnen. Wirkt der verärgerte Konsument außerdem noch als Multiplikator im Freundes- und Bekanntenkreis oder die Massenmedien werden auf die Sache aufmerksam, so kann der unseriöse Gebrauch von Medical Wellness als Marketinginstrument sogar schädigend für die gesamte Branche wirken.
Solchen Missständen versucht der Deutsche Wellness Verband e.V. durch Prüfung und Zertifizierung über ein „Wellness-Siegel“ für Produkte und Dienstleistungen entgegen zu wirken. Lutz Hertel: „Zu unseren Prüfstandards gehören in der Regel eine Beurteilung der Wirksamkeit in Anlehnung an die vom Hersteller behaupteten Nutzwirkungen, die Eignung für den Wellness-Markt – Motiv der Konsumenten: genussvoll und gesund leben wird unterstützt – sowie eine Überprüfung des Qualitätsmanagements in der Produktion, der Servicequalität und letztlich auch der gebrauchstechnischen Eigenschaften.“
» Wellness anschaulich definieren! «
Auch von gesetzlicher Seite ist eine klare Regelung im Umgang mit dem Begriff nicht zu erwarten. Zwar wurde auf Europäischer Ebene in der Vergangenheit für den Bereich der Lebensmittel eine Kennzeichnungspflicht für vitale Zusatzstoffe diskutiert – jedoch ist in naher Zukunft keine Umsetzung in den Mitgliedstaaten zu erwarten. Für Dienstleistungen gibt es bisher keine gesetzlichen Entwürfe.
Damit bleibt der schillernde Begriff Wellness erst einmal in Unschärfe, und alle Anbieter im Wellness-Markt – auch die Betreiber der klassischen Wellness im Sinne von Sauna, Anwendungen und Bäderkultur – sehen sich in Zukunft den Trends und Skandalen, Misserfolgen und Erfolgen ausgesetzt. Dies gilt es bei der Positionierung im schnelllebigen Wellness-Markt immer zu bedenken!
Weitere Informationen unter www.wellnessverband.de
Quelle: fMi, 6/2006
[ AL ]
     [10.02.2007]
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