

Bei Quing Mao-Tee mit Honig gestanden die Geschäftsführer der European TaeBo GmbH: "Die Fitnessszene besteht aus 50 Jahren Inzucht"Name: Doro Müller & Frank Magnus
Geburtsdatum Doro Müller: 24.12.1968 Kurz-Vita Doro Müller: Sport mach ich schon mein Leben lang. Ich habe Sport studiert und zur Finanzierung des Studiums habe ich in Fitnessstudios Kurse gegeben. Anzeige Würden Sie Ihr Unternehmen unseren Lesern kurz vorstellen: Unser Unternehmen besteht aus 3 Bereichen:
ETB GmbH - Sportschule SD-Akademie - Vertrieb von Bekleidung und Schuhen EFPE - Ausbildungsinstitution (Aerobic, TaeBo, Healthfood, Weights, Powerstretch, Muscle Power) Trotz allgemeiner Stagnationen befinden sich einige Unternehmen der Branche im Aufwind. Wie ist das bei Ihnen? Wir haben einen Aufwind in allen 3 Bereichen. Ausbildungs- / Teilnehmerzahlen sowie die Mitgliederzahlen in den Studios, wo ausgebildete Trainer unser Training geben, nehmen zu. 80% der von uns Ausgebildeten kommen zur Weiterbildung zurück.
Welche Mittel / Instrumente geben Sie den Studiobetreibern mit auf den Weg, damit dieser größtmöglichen Erfolg erzielt? - Trainerausbildung für die Studios
- Infobroschüren zu Auslage - Studiobetreuung: - Herangehen an Studiobetreiber - Mitarbeiterführung, Marketing etc. werden geschult. - Präsentationshilfen (Choreographie) z.B. für Tag der offenen Tür Es gab Zeiten, in denen Franchising und Globalisierung als „Allheilmittel“ bzw. der einzig richtige Weg in der Zukunft galt. Wie ist dies aus Ihrer Sicht heute? Das ist nur „Kohle machen“! Damit ist das für uns gestorben. Wir beraten gern , aber wichtig ist uns die Qualität in Person und Ausbildung. Hier unterstützen uns die Einzelstudios.
Welche Art von Fitnessclub bietet Ihrem Unternehmen aktuell die besten wirtschaftlichen Chancen und warum? Einzelstudios habe die besten wirtschaftlichen Chancen im Gegensatz zu den Ketten. Die Studios, die das Interesse haben, den Teilnehmern/Mitgliedern einen Nutzen zu bieten. Studios, die aus Liebe zum Sport gegründet wurden. Unser Konzept steht auf gesunder Gesamtbewegung.
Ein Problem bei vielen med. Studios ist, dass diese nur einzelne Punkte trainieren und nicht den ganzen Körper. Welche Perspektiven sehen Sie für die gesamte Branche? Sie bricht zusammen, das kann man hier auf der FiBo gut erkennen. Es wird 2 Lager geben:
- Abzocken, mit „wenig Schwitzen, viel Wirkung erzielen“ (elektronische Geräte) - Die, die Sport wieder als Wohlempfinden dank natürlicher Bewegung etablieren. - Fitnessclubs: Den Fitnessclubs wird es wie der gesamte Branche ergehen.
- Gerätehersteller: Diese werden mit Zunahme an Wissen seitens der Teilnehmer ins Rudern kommen. Durch Studiopleiten werden außerdem gebrauchte Geräte zu kaufen sein. Die Teilnehmer informieren sich zuvor bspw. im Internet und werden kritischer.
- Messen: „Die haben sich gerade selbst geköpft.“ Durch die Promotion der Messe Stuttgart ist die FiBo Essen enorm geschrumpft. Nicht umsonst wird hier Stuttgart nicht mehr beworben. Die Besucher informieren sich nur, kaufen aber nichts. Die Messe wird zu teuer.
- Unternehmensberatung: Die meisten Unternehmensberatungen sind leider nur daran interessiert, dass es ihnen selbst gut geht. Das Problem ist, dass ein fertiges Produkt, wie eine Kampagne dem Studio aufgezwungen wird. Die meisten Unternehmensberatungen führen ihre Kunden in eine Abhängigkeit anstatt sie zu schulen und ihr eigenes Unternehmen selbst zu führen. Wir bringen ihnen bei, sich selbst zu helfen.
Demnach habt Ihr bestimmt ein gespaltenes Verhältnis zu Marketing und Werbung? Ja. Nur ganz kurz: es gibt Werbung, die hält was sie verspricht und es gibt Seifenblasen-Werbung. Meine Prognose: Von den Werbeagenturen sind ~25% gestorben. Der Verbraucher wurde mit Werbung zugeschmissen und glaubt kaum noch was.
Die Beeinflussung ist schwierig geworden.
Was ist Ihr bevorzugtes Print-, Onlinemagazin? Keins, wir schauen in alles rein, finden aber überall Gefälligkeitsschreiben und keine Unabhängigkeit.
Wie sieht Ihre Zielplanung für 2003 aus? Wir arbeiten nicht Jahr für Jahr sondern von FiBo zu FiBo. Letztes Jahr haben wir uns präsentiert, jetzt gilt es uns zu behaupten. Wir wollen zeigen, dass wir keine Eintagsfliege sind.
Wie schätzen Sie Ihren eigenen Stellenwert innerhalb der gesamten Fitnessbranche ein? „Oh das ist schwierig“- „Nein, ist es nicht“ – „Es ist schwierig und auch nicht schwierig!“ – Wir sind relativ klein und noch nicht überall bekannt. Bei Studiobesitzern und Trainern die uns kennen sind wir sehr gefragt, unser Stellenwert ist groß durch Qualität und Kompetenz.
Mit welchem Unternehmen bestehen bereits Kooperationen? Zu welchem Zweck? Wie sehen diese aus? Unsere Kooperationsunternehmen sind Aschenbach und Sportimex. Allerdings sind das keine wirtschaftlichen Abhängigkeiten, sondern Gefälligkeiten aus Überzeugung.
Wie lange sind Sie bereits im Geschäft und was waren, und sind, Ihre Motive/Motivationen? Wir sind seit 1999 im Ausbildungsgeschäft und schon seit klein auf sportbegeistert.
Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Lage in der BRD? Ich würde mal sagen, grundsätzlich auf dem absteigenden Ast. Trotz des vielen Theaters hat die Sportbranche die besten Chance zu wachsen. Aber dafür muss man etwas tun.
Volker Ebener, Paul Underberg, Johannes Marx, Sandra Orth, Refit Kamberovic etc. können durchaus als Urgesteine der Fitnessbranche bezeichnet werden. Welche Newcomer haben Ihrer Meinung nach das Potenzial, in die Fußstapfen dieser „Dinos“ zu treten? Vorweg, wir wollen nicht in diese Fußstapfen treten. Außerdem binden sie alle anderen so sehr an sich, dass keine Newcomer entstehen können. Es werden ja nicht einmal neue Namen aufgebaut. Sie machen alles nur für sich selber.
Außerdem: die Dinos sind tot. SB |