

Dr. Stefan R. Schönthaler: "Die Fitnessbranche wird sich in 3 Bereiche kanalisieren: Wellness, Gesundheit und Freizeit"Name: Dr. Stefan R. Schönthaler mit Boris Nähler
Geburtsdatum: 13.01.1966 Kurz-Vita: - Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten - Diplom in Sportwissenschaft - Lehrbeauftragter der Universität Frankfurt - Wissenschaftspreis - seit 3 Jahren bei Ergoline im Bereich Marketing und Research tätig Anzeige
Würden Sie Ihr Unternehmen unseren Lesern kurz vorstellen: Ergo-Fit ist seit über 30 Jahren im Bereich Cardio ein etabliertes Familienunternehmen, das komplett in Deutschland produziert und aus dem Medizinischen Bereich stammt. Seit 10 Jahren zusätzlich auf Fitnessmarkt konzentriert. Wir vertreiben Cardiogeräte und Kraftsysteme.
Trotz allgemeiner Stagnationen befinden sich einige Unternehmen der Branche im Aufwind. Gehört Ihr Unternehmen auch dazu? Falls ja, warum? Wir haben gerade zur FiBo eine neue Linie für Cardio Geräte vorgestellt (Linie3000). Komplett neues Design und verbesserte Features. Gleichzeitig haben wir die Kraftergoline auf 26 Geräte vervollständigt und können den Kunden nun eine Komplettausstattung anbieten. Das wird sehr positiv angenommen und wir sind zufrieden.
Welche Mittel / Instrumente geben Sie den Studiobetreibern mit auf den Weg, damit dieser größtmöglichen Erfolg erzielt? Wir verkaufen momentan Cardio- und später auch Kraftsysteme.
Das System versucht über zu erreichende Trainingszielangaben den Studiokunden ans Studio zu binden. Diese werden durch Marketingpakete und Schulungen gestützt. In unseren eigenen 6 Education Centern werden die Studiotrainer von uns geschult.
Es gab Zeiten, in denen Franchising und Globalisierung als „Allheilmittel“ bzw. der einzig richtige Weg in der Zukunft galt. Wie ist dies aus Ihrer Sicht heute? Seit über 30 Jahren betreiben wir den Familienbetrieb, das bedeutet unsere Politik beruht auf einem solidem und langfristigem Wachstum. Daher stellte sich diese Problematik noch nie für uns.
Welche Art von Fitnessclub bietet dem Einzel-Unternehmen aktuell die besten wirtschaftlichen Chancen und warum? Unsere Zielgruppe: gesundheitsorientierte (auf med. Grundlagen basierende) Einrichtungen, die verstärkt auf den Betreuungsaspekt wert legen. Wir gehen nicht in den klassischen Wellnessbereich.
Welche Perspektiven sehen Sie für die gesamte Branche? Ich glaube das Wachstum der Fitnessbranche wird zurück gehen, aber es wird sich auf akzeptablem hohem Niveau halten. Zudem wird sich die Fitnessbranche in 3 Bereiche kanalisieren: Wellness, Gesundheit und Freizeit.
Fitnessclubs: Bei den Fitnessclub wird die gleiche Kanalisierung eintreten. Zusätzlich werden sich die kleinen Clubs spezialisieren, die Größe wird steigen und die Anzahl der Clubs wird sinken. Gerätehersteller: Die Gerätehersteller versuchen Gesamtausstatter für die Studios zu werden. Die Dienstleistungen werden steigen, wobei Firmen die über kein Servicenetz verfügen Probleme bekommen werden. Auch hier wird eine Spezialisierung in Kraft treten. Entweder Groß- und Gesamtausstatter oder Spezialausstatter werden sich am Markt behaupten können. Messen: Hier wird es eine Reduzierung geben. Letztes Jahr war es viel zu viel. Es wird andere Konzepte geben wie „Meet the Top“, organisiert von der Bodylife, Dem sehe ich sehr offen entgegen. Die Leute die hier Eiweiß kaufen sind für uns sehr uninteressant. Marketing und Werbung: Wir arbeiten eng mit unserer Agentur zusammen und werden neue Konzepte ausarbeiten, weil wir glauben, dass klassische Werbung nichts mehr bewirkt. Wir glauben, dass Werbung in unserem Bereich immer mehr Event-Charakter bekommt. Was ist Ihr bevorzugtes Print-, Onlinemagazin?
Die Bodylife als Printmagazin.
Wie sieht Ihre Zielplanung für 2003 aus? Das Jahr 2003 ist ja schon fast um. Bis zur FiBo 2004 wollen wir das Komplettausstatterbewusstsein bei dem Kunden schaffen und bis 2004 Komplettsystemanbieter werden.
Wie schätzen Sie Ihren eigenen Stellenwert innerhalb der gesamten Fitnessbranche ein? Hoch! Wir gehören zu den 10 relevantesten Geräteherstellern und für unsere Zielgruppe wollen wir die besten werden.
Mit welchem Unternehmen bestehen bereits Kooperationen? Zu welchem Zweck? Wie sehen diese aus? Mit Uni Saarbrücken, Uni Frankfurt, Polar, Adidas etc.. Alle, die Fitness von wissenschaftlicher Seite betrachten oder bei der Ausbildung unterstützen.
Auch die wirtschaftliche Unterstützung ist wichtig.
Wie lange sind Sie bereits im Geschäft und was waren, und sind, Ihre Motive/Motivationen? Seit 3 Jahren bin ich im Geschäft. Ich wollte was mit Bewegung zu tun haben. Ich habe mich für Forschung und Management entschieden. Die Herausforderung der freien Wirtschaft schienen mir interessanter.
Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Lage in der BRD? Ich glaube, dass wir die Talsohle erreicht haben und - zumindest in Ansätzen - innerhalb der nächsten 2 Jahre Fuß fassen werden.
Volker Ebener, Paul Underberg, Johannes Marx, Sandra Orth, Refit Kamberovic etc. können durchaus als Urgesteine der Fitnessbranche bezeichnet werden. Welche Newcomer haben Ihrer Meinung nach das Potenzial, in die Fußstapfen dieser „Dinos“ zu treten? Die erwähnten Personen haben zu einer Zeit, in der der Aufbau eines Unternehmens möglich war die Chance genutzt und es getan. Dieses ist in der heutigen Zeit im Fitnessgeschäft schwerer machbar. Von daher sehe ich keine Namen, die dieses leisten könnten. SB
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