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Gesundheit in den Alpen
Birgit Schwarze im Gespräch mit Prof. Dr. Roland Bässler.

Prof. Dr. Roland Bässler, Wien
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Lehramtsstudium (Mathematik und Leibesübungen), Doktoratsstudium (Sportwissenschaften/ Soziologie)
Habilitation an der Universität Wien:Venia docendi in den wissenschaftlichen Fächern Freizeitsoziologie mit besonderer Berücksichtigung der Soziologie des Sports und Empirische Sozialforschung
Aktuelle Tätigkeiten
Marktforschung: Markt-Segmentierungsanalysen, Potenzialanalysen, Trendanalysen im Freizeit und Sportbereich, Bedarfsund Akzeptanzanalysen, Kundenzufriedenheitsanalysen
Empirische Freizeit-, Sport- und Tourismusforschung
Wirkungsforschung von Sport(groß)veranstaltungen
Forschung im Gesundheitswesen
Ressortplanung (i.b. Sportstätten-Standortplanung, Ski- und Wellness-Ressort Planung)
Lehrtätigkeiten an Universitäten
Professor mit Forschungsschwerpunkt Tourismus an der IMC Fachhochschule Krems (Abteilung Tourismusmanagement und Freizeitwirtschaft). Leiter der Stabsstelle Forschung & Entwicklung
Dozent der Universitäten Wien und Salzburg
Lektor an der Wirtschaftsuniversität und der Medizinischen Universität Wien.
Präsident des Club Tourismus an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Prof. Dr. Roland Bässler beim Interview mit Birgit Schwarze
Welchen Stellenwert nimmt der Aspekt der Gesundheit in den Fitness-Anlagen in Österreich ein?
Die Bedeutung des Gesundheitsaspektes gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Ursachen dafür sind vielfältig:
  • Das herkömmliche öffentliche Gesundheits-Vorsorgesystem ist nicht mehr finanzierbar, die Eigenvorsorge
  • – im Sinne einer Primärprävention - steht heute im Vordergrund.
  • Die heutigen gesellschaftlichen Individualisierungsprozesse und die ökonomischen Grundlagen ermöglichen es den Menschen mehr und mehr, ihre Gesundheit handhabbar zu machen – insbesondere trifft dies auf die Generation „50-plus“ zu.
  • Der Gesundheitsfaktor hat in der Gesellschaft einen enormen Stellenwert gewonnen, welcher sich auch in Bewegung und Sport niederschlägt.
  • Die Kunden sind informierter und kritischer und suchen vermehrt nach professionellen, qualitativ hochwertigen und finanziell erschwinglichen Gesundheitsangeboten. Es gibt kaum mehr Fitness-Anlagen in Österreich, in denen keine leistungsdiagnostischen Checks durchgeführt werden oder Vorsorgeuntersuchungen im Dienstleistungsportfolio genannt werden.
  • Muss / kann jedes Fitness-Studio Gesundheit anbieten?
    Derzeit gibt es keine Auflagen bzw. keine reglementierten Forderungen nach Mindestleistungen an Gesundheitsangebote in allgemeinen Fitness-Anlagen in Österreich. Eine mit dem „Prae-Fit Gütesiegel“ vergleichbare Zertifizierung gibt es (noch) nicht. Eine Ausnahme bildet das Segment des Wellness- und Gesundheitstourismus: mit dem „Best-Health-Austria“-Gütesiegel werden Qualitätsstandards im touristischen Fitness-Angebot festgelegt. Generell ist aber zu sagen, dass ein „Überleben“ in der Fitness- Branche nur möglich sein wird, wenn gesundheitsorientierte Leistungen im Angebot stehen.
    Gibt es Überschneidungen mit der sehr großen Hotel-Branche / den Wellnesshotels?
    Im Allgemeinen kann man keine Überschneidungen erkennen. Es gibt Hotelbetriebe mit Fitness-Anlagen, die auch Nicht-Hotelgästen zugänglich sind. Diese „Hotel-Fitness“ bildet jedoch keine Konkurrenz zu den klassischen Fitnessanlagen. Die mit einem breiteren Fitness-Angebot ausgestatteten Wellnesshotels finden sich eher im ländlichen Raum, die klassischen Fitness-Studios verstärkt im urbanen Bereich. Demzufolge ist eher von einer Komplettierung des Fitness-Marktes auszugehen.
    Werden die Fitness-Anlagen den Bedürfnissen der Verbraucher zunehmend gerecht?
    Eine kritische Betrachtung der Marktsituation lässt die Vermutung zu, dass etwa die Hälfte der Betriebe* den anspruchsvollen Bedürfnissen und Wünschen der Kunden voll und ganz entspricht. Die Erwartungen der Kunden richten sich zunehmend auf ein umfassendes gesundheitsorientiertes Fitness-Angebot. Dieses umschließt neben Bewegungs- und Sportangeboten auch Angebote für (mentale) Entspannung und Informationen zu gesunder Ernährung. *(Quelle:Web-Portal www.fitness.at)
    Welche Zukunft kann man den Anlagen in Österreich bescheinigen?
    Die Anzahl der Betriebe wird sich nach heutiger Einschätzung leicht reduzieren (dies im Sinne einer „Marktbereinigung“). Die Anzahl der Fitness-Kunden wird sich jedoch leicht erhöhen; ein großes Potenzial findet sich im Marktsegment der über 50-Jährigen. Bei diesen treffen ein hohes Gesundheitsbewusstsein, ausreichende finanzielle Ressourcen und ein günstiges (Frei-Zeitbudget) zu.
    Quelle: fMi 5/2006
         [07.12.2006]
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