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Welches Angebot ist günstig?
Controlling leicht gemacht.

Der Schwingboden in Ihrem Kursbereich macht nicht mehr den besten Eindruck. Ihre Kraftgeräte versehen treu den Dienst, doch gibt es da nicht inzwischen viel moderne Modelle? Und dann sollten doch noch fünf Laufbänder ersetzt werden; mit welchen Geräten komme ich da wohl am günstigsten weg?
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Die richtigen Investitionsentscheidungen können Sie nur durch konsequente Anwendung fundierter Rechenmodelle treffen. Dabei dürfen allerdings Aspekte des Marketing nicht außer acht gelassen werden; dazu hatten wir in der letzten Ausgabe bereits das KANO-Modell vorgestellt, mit dem Sie beurteilen können, ob eine Investition im Hinblick auf die Kundenbindung sinnvoll ist.
In dieser Ausgabe sind wir einen Schritt weiter: Den neuen Schwingboden brauchen Sie früher oder später! Ihre Kunden erwarten über kurz oder lang neue Kraftgeräte! Und die Frage im Hinblick auf neue Laufbänder ist nur noch, für welches Angebot Sie sich entscheiden sollen.
Beide hier angesprochenen Fragestellungen – „Wann soll ich durch Neuanschaffungen altes Equipment ersetzen?“ und „Welches Angebot ist das vorteilhafteste?“ – lassen sich mit Hilfe der Kapitalwertmethode beantworten.

Marco Meyer
Dipl.-Kaufmann Sachverständiger für Fitness- und Gesundheits-Studios
Die Kapitalwertmethode ist dadurch gekennzeichnet, dass sie nicht nur die Höhe der durch die Investitionsentscheidung bedingten Einzahlungen und Auszahlungen, sondern auch deren Zeitpunkt genau berücksichtigt. Dadurch wird es möglich, alle Zahlungsströme auf den Planungszeitpunkt abzuzinsen und somit vergleichbar zu machen.
Zeit ist Geld. Das ist nicht nur ein Sprichwort. Wenn Sie nach einem Jahr über 10.000 Euro verfügen möchten, so müssten Sie heute einen bestimmten, niedrigeren Betrag anlegen. Entscheidenden Einfluss darauf, wie viel Sie anlegen müssten, hat der gewählte Kalkulationszinssatz, also der Zinssatz, mit dem sich Ihre Geldanlage verzinst. Nehmen wir eine Verzinsung von 4,5 % p.a. an. Dann müssten Sie heute 9.569,38 Euro anlegen, ermittelt durch die
Abzinsungsformel:
10.000 x 1,045-1 = 9.569,38
oder allgemein ausgedrückt:
Kapitalwert = Gj x (1+i)-j
mit:
Gj Geldbetrag im Jahr j
j Jahr
i Kalkulationszinssatz
10.000 Euro,wenn sie in einem Jahr anfallen, sind heute also 9.569,38 Euro wert. Dieser Wert wird als Kapitalwert bezeichnet. Mit Hilfe des Kapitalwertes lassen sich nun leicht Investitionsalternativen vergleichen. Betrachtet werden dabei die in jedem Jahr anfallenden Zahlungsströme – also die Differenz aus den Einnahmen und Ausgaben, die sich aus der Investition ergeben. Diese Zahlungsströme werden auf den Zeitpunkt t = 0 (also heute) abgezinst, um zu ermitteln, welchen Kapitalwert die einzelnen Zahlungen heute haben, und damit alle Investitionen vergleichbar zu machen.
Wenn Sie z.B. eine Sonnenbank anschaffen, die im zweiten Nutzungsjahr Einnahmen in Höhe von 1.000 Euro generiert, und Ausgaben für Strom und Wartung in Höhe von 400 Euro verursacht, dann ergibt sich daraus ein Zahlungsstrom in Höhe von 600 Euro.
Beispiel für einen Vergleich alternativer Investitionsobjekte mit Hilfe des Kapitalwertes:
Ihnen liegen drei Angebote vor. Die Produkte unterscheiden sich nicht nur im Kaufpreis, sondern auch hinsichtlich der Wartungskosten, der anfallenden Energiekosten, der Lebensdauer und des erzielbaren Liquidationserlöses.
Das Markenprodukt A verursacht im Zeitpunkt t = 0 (Anschaffungszeitpunkt) Investitionskosten in Höhe von 22.000 Euro. Es kann 13 Jahre lang genutzt werden und wird am Ende dieser Nutzungszeit voraussichtlich noch einen Liquidationserlös in Höhe von 4.400 Euro erbringen. Die Energie- und Wartungskosten liegen bei jährlich 950 Euro.
Markenprodukt B kostet nur 18.200 Euro, ist nach zwölf Jahren nicht mehr für den Studiobetrieb geeignet, und wird nach zwölf Jahren für 2.000 Euro verkauft werden können. Die Energie- und Wartungskosten liegen bei jährlich 1.300 Euro.
Schließlich macht Ihnen Markenhersteller C noch folgendes Angebot: Sein Produkt kostet 24.500 Euro, kann elf Jahre lang genutzt werden und wird am Ende dieser Nutzungszeit voraussichtlich noch einen Liquidationserlös in Höhe von 3.100 Euro erbringen. Die Energiekosten liegen bei jährlich 320 Euro, und im Zuge einer Aktion erhalten Sie einen kostenlosen Wartungsvertrag dazu.

• Übersichtlich dargestellt ergibt sich die obige Matrix mit den Zahlungsströmen für Gerät A, B und C. (Abb. 1)
• Zur Ermittlung der Kapitalwerte A, B und C werden nun alle Zahlungen auf den Investitionszeitpunkt t = 0 abgezinst (Abb. 2)
• Ergebnis: Den höchsten Kapitalwert hat Investitionsobjekt C, dass also am günstigsten ist.
In diesem Beispiel sind alle Kapitalwerte negativ, weil wir keinerlei Einzahlungen berücksichtigt haben. Die erzielbaren Einnahmen müssten in den Zahlungsreihen auf jeden Fall dann berücksichtigt werden, wenn mit den verschiedenen Investitionsalternativen unterschiedliche Umsätze zu generieren wären.
Auch bei der Fragestellung optimaler Ersatzzeitpunkt eines Gerätes hilft die Kapitalwertmethode weiter. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe.

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Quelle: Marco Meyer, fMi 6/2006
[ AL ]
     [12.02.2007]
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