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Interview mit Frank Kaufmann
Liquidität ist alles!

Warum ist bei allen Finanzierungsformen die Liquidität des Unternehmens so wichtig?
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Frank Kaufmann Ohne Liquidität kann ein Unternehmen seine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen. Der einzige Weg der dann bleibt, ist die Möglichkeit eine für sich passende Finanzierungsform zu suchen und zu finden, um die entstandene Liquiditätslücke zu schließen. Gerade der Mittelstand steht hier jedoch bei einem immer härter werden Kampf mit Banken, gerade wenn es um Kreditvergaben geht, vor einem riesigen Problem. Denn es ist doch geradezu unsinnig, dass die Unternehmen von Banken problemlos Geld bekommen, die liquide sind und es nicht brauchen. Bei Unternehmen ohne das nötige Kleingeld scheuen heutzutage die meisten Banken dank Basel II das Risiko der Finanzierung.
Warum kostet mangelnde Liquidität in Wirklichkeit sehr viel Geld?
F.K. Hier stellt sich doch vorab die Frage, wie es zu mangelnder Liquidität kommt. Der Hauptgrund ist sicherlich zunächst darin zu sehen, dass der Unternehmer seine berechtigten Forderungen nicht zeitnah oder teilweise überhaupt nicht bezahlt bekommt. Durch den sich erhöhenden Forderungsbestand ist er selbst nicht mehr in der Lage seine Zahlungsverpflichtungen wie z. B. Löhne, Mieten Leasingraten etc. rechtzeitig zu erfüllen.Was bleibt ist die Option eines teuren Überziehungskredites oder oftmals werden Rechnungen einfach mal nicht bezahlt. Kosten, Unannehmlichkeiten und der Imageschaden werden zu Gunsten von ein paar Tagen Zahlungsaufschub in Kauf genommen.
Nützt ein schlechtes Forderungsmanagement dem Ruf eines Betriebes?
F.K. Alle Maßnahmen eines Unternehmers zur erfolgreichen Unternehmensführung müssen betriebswirtschaftlich sinnvoll sein. Ein schlechtes Forderungsmanagement, was wie beschrieben zu mangelnder Liquidität und einem sich erhöhenden Forderungsbestand führt, kann für ein Unternehmen nicht förderlich sein. Eine allgemein schlechte Zahlungsmoral und demnach steigende Forderungsausfälle können nur durch konsequentes Forderungsmanagement reduziert werden. Die logische Folge von konsequentem Handeln im Mahn- und Inkassowesen, hebt die Hemmschwelle der Kunden die berechtigten Forderungen mal eben nicht zu bezahlen. Und da Kunden sich grundsätzlich untereinander Unterhalten, spricht sich die stringente Handhabung bei Nichtzahlung herum und die Zahlungsmoral steigt. Und wenn ich dadurch meine Zahlungsverpflichtungen wieder pünktlich und regelmäßig erfüllen kann, stehe ich als Unternehmer selbst gut da.

Frank Kaufmann
Es gibt Faktoren, die für das Rating (nach Fehlern in der Betriebsgründung z. B. die Größe des Studios) nachträglich schwer auszugleichen sind – warum muss man mit anderen „beeinflussbaren“ Größen gegensteuern?
F.K. Sofern sich mein Rating durch Fehler in der Vergangenheit verschlechtert haben sollte, ist zur Verbesserung lediglich Finanzkraft gefragt. Die Stärkung des Eigenkapitals beeinflusst entscheidend das bankinterne Rating und damit auch die Kreditkonditionen. Gerade hier gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Leasingmodellen oder Factoringlösungen, welche dazu dienen das Anlage- und Umlaufvermögen des Unternehmens zu verkürzen und damit den Finanzierungsbedarf zu senken. Kenne ich dann noch die vorhandenen Risiken im Unternehmen, kann die hohe Qualität meines Forderungsmanagements nachweisen und die Zukunftsaussichten des Unternehmens positiv darstellen, kann die Bewertung schon viel besser aussehen. Diese Punkte kann ich als Unternehmer selbst beeinflussen, wenn ich mein Unternehmen nicht nur kenne, sondern gerade interne Geschäftsprozesse optimiere.
Welche Erfahrungswerte liegen vor mit Unternehmen, die auf Factoring umstellen, im Umgang mit Banken?
F.K. Gerade im Bereich der Fitnessstudios wird zwischen 80 und 100 % im Lastschrifteinzugsverfahren gearbeitet. Hierbei liegt für eine Bank jedoch das größte Risikopotenzial, da jede Lastschrift mindestens bis zu 6 Wochen zurückgerufen werden kann. Jede Bank wird daher in höchstem Maße daran interessiert sein, dieses Risiko zu minimieren.
Durch Factoring gibt es für den Studiobetreiber sämtliche Beiträge im vorhinein und in einer Summe – also keine Lastschrifteinzüge und Rücklastschriften mehr.
Sämtliche Unternehmen konnten bis heute bestätigen, dass sich dadurch das Standing bei der Bank zum positiven verändert hat.
Warum hat „man nichts zu verlieren“, wenn man auf Factoring umstellt?
F.K. Neben dem positiven finanziellen Aspekt der Vorfinanzierung der Beiträge und der Tatsache, dass der Unternehmer im laufenden Monat nicht mehr mit Rücklastschriften belastet wird, übernimmt ein Factor noch eine Menge an Dienstleitungsarbeiten, mit denen sich der Unternehmer nicht mehr selbst beschäftigen muss. So beinhaltet das Factoring neben dem Beitragseinzug und der Zahlungsüberwachung auch das lästige Mahnwesen, Adressenermittlungen, sonstigen Schriftverkehr und bis hin zum Inkasso. Ein Paket von Vorteilen also, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Quelle: fMi, 1/2007
[ DA ]
     [28.02.2007]
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